Geschichte

Aus der Pfarrchronik von Stattersdorf

Obwohl Stattersdorf erst im Jahre 1953 als selbständige Pfarre errichtet worden ist, in die 1977 auch die Stadtteile Harland und Altmannsdorf eingepfarrt wurden, gibt es eine Pfarrchronik mit Aufzeichnungen über die Entstehung des Ortes und die religiöse Entwicklung, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Der Verfasser dieser Chronik ist nicht bekannt. Die folgenden Ausführungen stützen sich im Wesentlichen auf die Angaben in dieser Chronik.

Unter den Schenkungen, die Bischof Altmann von Passau dem eben erst gegründeten Gotteshaus in Pyhra um das Jahr 1072 machte, wird auch die Hube in Staudratisdorf genannt. Auch Altmannisdorf (nach Bischof Altmann?) wird schon um diese Zeit urkundlich erwähnt, Harland um 1280. Damit  war die seelsorgliche Zuordnung des heutigen Pfarrgebietes zur Mutterpfarre Pyhra durch Jahrhunderte gegeben.

Erst als unter Kaiser Joseph II. im Jahre 1785 das Bistum Wiener Neustadt in das aufgelassene Chorherrenstift St. Pölten verlegt und neben der Dompfarre eine zweite „Stadtpfarre zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ geschaffen wurde, kam Stattersdorf im Zuge der Neuaufteilung zu dieser von Bischof Kerens dem Franziskanerorden übertragenen neuen Stadtpfarre. Bis zur Errichtung als eigenständige Weltpriesterpfarre St. Pölten-Stattersdorf mit 1. Jänner 1953 durch Bischof Michael Memelauer besorgten Franziskanerpater die Seelsorge und den Religionsunterricht in Stattersdorf, während Altmannsdorf und Harland noch bis 1941 bei Pyhra blieben.

In den Türkenkriegen 1529 und 1683 wurde auch Stattersdorf arg heimgesucht. Im Pestjahr 1654 sind 11 Pestkranke verzeichnet worden, in den übrigen Jahren war Stattersdorf vor dieser Seuche weitgehend verschont geblieben. Eine Pestsäule an der Straße nach Brunn erinnert noch heute daran. An die Franzosenzeit erinnert ein Bildstock in Harland.

Im 16. Jahrhundert soll das Haus Nr. 7 auf dem Mühlweg Nr. 3, (heute Johann-Klapper Straße) ein Bethaus gewesen sein. Da in der Zeit der Reformation die Mehrzahl der Grundherren Protestanten waren und bestimmten, welcher Religion ihre Untertanen anzugehören hatten, dürfte es sich um ein protestantisches Bethaus für das Ortsgebiet Stattersdorf gehandelt haben.

Auf dem Platz der alten Kirchen stand damals eine hölzerne Kapelle, deren Alter nicht bekannt ist. Vermutlich stammte sie aus der Zeit der Gegenreformation (17. Jh.). Diese Kapelle war schon derart verfallen, dass die Gemeinde Stattersdorf im Jahre 1856 unter dem damaligen Bürgermeister Josef Ostermayer den Beschluss fasste, anstelle der Holzkapelle eine neue aus Ziegeln und mit einem Turm zu bauen. Der Bau wurde Anfang 1857 begonnen und bereits zu Floriani (4. Mai) geweiht.

Die Kapelle wurde als Betkapelle errichtet und zeigte als Altarbild den gekreuzigten Erlöser, später – ab etwa 1874 – ein Ölgemälde, das Mariä Himmelfahrt darstellt und von einer Ordensfrau der Englischen Fräulein gespendet worden war. Das Institut B.M.V. der Englischen Fräulein hatte schon um 1755 den Lilienhof, der von der ehemaligen Siedlung Ilgerhoven übriggeblieben war, erworben und als Meierhof bewirtschaftet.

Ebenfalls 1874 erhielt die Kapelle einen neuen Altarunterbau und in diesen, von Bischof Josef Binder eingesetzt, Reliquien der Heiligen Placidus, Vitalis und Theodora. Ein Jahr später wurde vom selben Bischof die Messlizenz für Wochentage erteilt, sodass am 6. Dezember 1875 der damalige Pfarrer der Franziskaner, P. Cosmos Brinnich, das erste heilige Messopfer feiern konnte. Der erste Sonntagsgottesdienst fand aber erst 25. April 1926 statt.

Die Errichtung dieser ersten gemauerten Kapelle war auch aus dem Grund notwendig geworden, weil die Einwohnerzahl beträchtlich gestiegen war. Mit der Gründung verschiedener Fabriken in Harland und Stattersdorf im 19. Jahrhundert wuchs der Bedarf an Arbeitskräften, sodass zahlreiche Familien aus Böhmen und Mähren, auch aus Ungarn, zuwanderten, wovon manche Familiennamen heute noch zeugen.

Die Zahl Gottesdienstteilnehmer steigt weiter, und so suchte der Kirchenbau-Ausschuss unter P. Balduin Keller am 10. März 1937 bei der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten um die Baubewilligung für einen Erweiterungsbau bei der bestehenden Kapelle an. Die Gründungsweihe fand am 1. Mai 1937 statt, die Weihe der erweiterten Kapelle nahm Bischof Michael Memelauer bereits am 11. Juli 1937 vor. Erst im Jahre 1939, als Stattersdorf nach St. Pölten eingemeindet wurde, wurde die Ortskapelle zur Filialkirche erhoben.

Obwohl die Seelsorger nicht im Ort wohnten und auch andere Aufgaben erfüllen mussten, entwickelten engagierte Katholiken schon in der Zwischenkriegszeit und auch nach dem Krieg viele soziale Aktivitäten. So berichtet die Chronik vom Caritasausschuss, der sich um Arme kümmerte, Ausspeisungen und Ferienaktionen organisierte und Lebensmittel und Bekleidung verteilte. Es wurden Bildungsveranstaltungen geboten, es bestanden Jugendgruppen, Frauen – und Männervereinigungen, Theatergruppen und ein Chor. Die Zusammenkünfte fanden meist im Gasthaus statt, oft auch privat. Erst 1947 konnte ein Raum dafür angemietet werden.

Der Krieg hatte auch unter den Ordenspriestern zahlreiche Ausfälle gefordert. Schon in Jahre 1940 konnte das Stift Göttweig die Kaplanstelle in Pyhra nicht mehr besetzen, weshalb der Abt den Diözesanbischof bat, Harland und Altmannsdorf der Pfarre Spratzern zur seelsorglichen Betreuung zuzuweisen, was auch mit 1. Jänner 1941 geschah.

In den Nachkriegsjahren ersuchte die Ordensleitung der Franziskaner ebenfalls Bischof Memelauer, die Filiale Stattersdorf durch einen Weltpriester zu  besetzen, weil der Orden nicht mehr genügend Patres zur Verfügung hatte.

So errichtete Bischof Michael Memelauer mit 1. Jänner 1953 die Stadtpfarre St. Pölten – Stattersdorf und setze den Weltpriester Adolf Tanzer als ersten Pfarrer ein, der  vorerst in einem angemieteten Privathaus wohnte und arbeitete, bis ein Grundstück für eine Kirche und ein Seelsorgezentrum erworben und das Pfarrhaus errichtet werden konnte.  

Im Jahre 1966 wird in Harland eine Seelsorgestation errichtet und am 6. November 1966 die Filialkirche „Pax Christi“ durch Diözesanbischof Dr. Franz Zak geweiht. Kaplan Otto Kössler von Spratzern  übernimmt die seelsorgliche Betreuung der Bewohner von Harland und Altmannsdorf.

Als am 29. Dezember 1974 Pfarrer GR. Adolf Tanzer unerwartet im 60. Lebensjahr stirbt, trauert die Pfarrgemeinde von Stattersdorf um einen aufgeschlossenen, bescheidenen, still wirkenden und verständnisvollen Seelsorger, der sich auch der Wertschätzung von der Kirche Fernstehenden erfreuen durfte.

Vorerst kommt mit 15. Jänner 1975 der Kaplan von Spratzern, Herr Otto Kössler, als Provisor nach Stattersdorf, muss aber weiterhin auch Harland und Altmannsdorf betreuen. Es wird in Stattersdorf nur mehr eine Sonntagsmesse  gefeiert, dafür wird eine Samstag-Vorabendmesse eingeführt. Schließlich werden mit 1. Jänner 1977 die Stadtteile Stattersdorf, Harland und Altmannsdorf zur Stadtpfarre St. Pölten Stattersdorf – Harland vereinigt und dem nunmehrigen Pfarrer Otto Kössler übertragen.

Die räumlichen Gegebenheiten reichen längst nicht mehr. So beschließt der Pfarrgemeinderat 1979 den Bau eines Pfarrheimes und errichtet es mit tatkräftiger Unterstürzung freiwilliger Helfer. Am 26. September 1981 kann Bischof Dr. Franz Zak die neuen Räume segnen.

Schon 1980 kommt der erste Pastoralassistent Mag. Anton Zehetgruber in die Pfarre und übernimmt vor allem die gesamte Jugendarbeit. 1986 scheidet Pfarrer Otto Kössler auf eigenen Wunsch von der Pfarre Stattersdorf – Harland. Mit 1. September 1986 übernimmt Pfarre Ernst Bergmann mit Pastoralassistentin Pauline Klauser die Pfarre.

Das pulsierende Pfarrleben und die rege Siedlungstätigkeit im Pfarrgebiet waren schließlich ausschlaggebend, dass Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn  der Errichtung eines neuen Gotteshauses in Stattersdorf als Millenniums - Jubiläumskirche  „Auferstehung Christi“ zugestimmt hat.

Die Spartenstichfeier für die Auferstehungskirche in Stattersdorf fand am 11. April 1999 statt.

Die Grundsteinlegung mit Weihbischof Dr. Heinrich Fasching am erfolgte 4. Juli 1999.

Die Glockenweihe durch Weihbischof Dr. Heinrich Fasching konnten wir am Pfingstsonntag, 8. Juni 2000 feiern. Die feierliche Weihe der Kirche erfolgte dann am 17. September 2000 durch Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn.

 

Nach der Pensionierung von Pauline Klauser kam mit 1. September 2011 Sabine Kaminsky als Pastoralassistentin in die Pfarre.